Wortflucht.

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Ein 17jähriges Mädchen, das auf der Suche nach ihrem persönlichen Romeo in die Welt der Worte flieht, um das zu finden, was sie in der Realität vergeblich sucht. Sie rettet die Welt, kämpft mit Drachen, findet den Mörder und lebt die Liebe - in der Welt der Worte. Mehr?
Lesejahr 2009.

Monika Feth: Der Erdbeerpflücker



Autor: Monika Feth
Titel: Der Erdbeerpflücker
Broschiert, 350 Seiten
Verlag: CBT
Sprache: Deutsch


Der Kommentar "Hochspannung für Thrillerfans" ziert den Buchdeckel. Was drauf steht, ist nicht zwingend drin - wer sich aber darauf verlässt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden. Wie auch die restlichen Jette-Thriller ist dieses Buch stark an jungen Lesern orientiert und bietet nicht unbedingt das, was eingefleischte Thrillerfans von einem Buch dieses Genres erwarten.
Monika Feth schildert in dem ersten Band ihrer bisher vier Büchern rund um Jette die Jagd nach dem sogenannten Halskettenmörder. Nachdem der Ritualmörder ein erstes Opfer in der Gegend gefunden hat, wird kurze Zeit später auch Caro, Jettes Mitbewohnerin und Freundin, ermordert. Auf der Trauerfeier schwört Jette, Tochter einer berühmten Kriminalautorin, in aller Öffentlichkeit, sich für den Tod ihrer Freundin an dessen Mörder zu rächen und zieht damit seine Aufmerksamkeit auf sich. Der Mörder sieht darin eine Herausforderung und nähert sich Jette als Freund. Sie verliebt sich schließlich in ihn und hat keine Ahnung, in welcher Gefahr sie sich befindet.
Jettes Sicht der Dinge ist nur einer von insgesamt fünf verschiedenen, parallel zueinander verlaufenden Handlungssträngen, zwischen denen immer gesprungen wird. Die weiteren Handlungsstränge geben Einblick in die Gedankengänge, das Leben und die Beweggründe des Mörders, einem Saisonarbeiter, der sich mit dem Pflücken der Erdbeeren sein Geld verdient. Zeigen Kommisar Bert Melzig, der sich auf die Suche nach dem Mörder begibt, die Spuren verfolgt, die ihm gegeben werden, und dessen privates Umfeld sich aufgrund dieses Falles ein wenig verändert und der sich um Jette und dessen Mitbewohnerin Merle sorgt. Beschreiben das Leben von Imke Thalheim, Jettes berühmter Mutter, deren Leben aufgrund ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin mit dem Thema Mord vertraut ist. Sie sorgt sich intensiv um ihre Tochter und Merle, sucht Hilfe bei Kommisar Melzig und verarbeitet schließlich die Tat in ihrem neusten Kriminalroman. Schließlich noch Merle, wie sie sich für Tiere einsetzt und den Hinweis findet, der der Polizei hilft, das ganze zu einem guten zu wenden - ganz ohne weitere Opfer des Halskettenmörders.
Alle fünf Handlungsstränge laufen ineinander über, allerdings ist die Struktur, die zwar im Kennzeichen deutlich gekennzeichnet ist, manchmal etwas verwirrend. Die Handlungsstränge haben mich als Leser dazu bewegt, hinter die Fassaden eines jeden zu blicken und nicht nur die Gedankengänge der einen Seite kennen zu lernen. Es gab zwischendurch Szenen, deren Bedeutung für das Ganze mir nicht wirklich bewusst waren. Dadurch kam es dann immer wieder zu kurzen, eher unspektakulären Abschnitten, die das Buch als Gesamtwerk abgeschwächt haben. Die Geschichte war auf ihre Weise spannend dargestellt, der Schreibstil von Monika Feth ist flüssig, die Charaktere stark ausgearbeitet. Allerdings darf man bei Betrachtung dieses Buches nicht vergessen, dass der Adressatenkreis sich vorwiegend auf die jüngeren Leser unter uns bezieht, für die das Buch ein ganz anderes Erlebnis darstellt. Ob es aber zu dieser Hochspannung kommt, die angepriesen wird, bezweifele ich stark. Im Endeffekt muss wohl jeder diesen Aspekt für sich selber beurteilen. Das Buch ist eine leichte Lektüre, die sich schnell und zwischendurch gut lesen lässt, und sicher besonders interessant für diejenigen, die zwischendurch gerne zu einem Jugendbuch greifen.
11.6.09 19:34
 


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