Wortflucht.

Hier entsteht ein Blog, der sich mit allem rund um Bücher beschäftigt. Egal ob Rezensionen, Neuentdeckungen oder auch Fundstücke, die wieder ausgegraben wurden. Ein Blog, der sich nur dem Buch und dem Handwerk Lesen widmet. Eine Flucht in die Welt der Buchstaben, eine Flucht in die Welt der Worte.
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Rezensionen.

Lissie.


Julia.

Ein 17jähriges Mädchen, das auf der Suche nach ihrem persönlichen Romeo in die Welt der Worte flieht, um das zu finden, was sie in der Realität vergeblich sucht. Sie rettet die Welt, kämpft mit Drachen, findet den Mörder und lebt die Liebe - in der Welt der Worte. Mehr?
Lesejahr 2009.

Eine Reise in eine andere Welt beginnt

Autor: Dan Simmons
Titel: Terror
Taschenbuch, 992 Seiten
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch


'England im Jahr 1845. Unter dem Kommando von Sir John Franklin stechen die beiden modernsten Schiffe ihrer Zeit in See - die Terror und die Erebus. Ihr Auftrag: die legendäre Nordpassage und somit einen Weg durch das ewige Eis der Arktis, zu finden. 130 Männer nehmen an dieser Expedition teil, doch sie verschwinden spurlos. Dies ist ihre Geschichte.' Dieser Klappentext machte mich auf das Buch aufmerksam, denn er klang so geheimnisvoll und regte an zum weiterlesen. Dan Simmons ist hier ein genialer Historienroman gelungen, der den Leser mitreißt und ihm das Gefühl gibt, selbst an Bord der Schiffe zu stehen. Es wird nie langweilig und man entdeckt immer wieder etwas neues, was einen der Lösung des Rätsels näher führt. Man erfährt neues über die Probleme der Besatzung, interessantes über die damalige Zeit und ganz beiläufig wird die Geschichte eines Monsters erzählt, eines Monsters, das bis zum Schluss unnahbar scheint und den Leser immer wieder aufs neue überrascht. Dan Simmons erzählt in diesem Buch die Geschichte einer der geheimnisvollsten Entdeckungsfahrten, die je geführt wurden, die Geschichte einer Reise in eine andere Welt, einer Welt im weißen Herzen der Finsternis. Mit Terror hat man ein Buch in der Hand, das es sich lohnt zu kaufen, denn die knapp 1000 Seiten reisen einen mit und lassen einen gerne einmal die Realität vergessen. Vielleicht nicht unbedingt das perfekte Buch für einen kurzen Lesespaß, aber wer eimal das Wagnis eingegangen ist und sich auf die Geschichte eingelassen hat, wird es nicht bereuen.
Lissie am 14.8.09 10:13


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Monika Feth: Der Erdbeerpflücker



Autor: Monika Feth
Titel: Der Erdbeerpflücker
Broschiert, 350 Seiten
Verlag: CBT
Sprache: Deutsch


Der Kommentar "Hochspannung für Thrillerfans" ziert den Buchdeckel. Was drauf steht, ist nicht zwingend drin - wer sich aber darauf verlässt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden. Wie auch die restlichen Jette-Thriller ist dieses Buch stark an jungen Lesern orientiert und bietet nicht unbedingt das, was eingefleischte Thrillerfans von einem Buch dieses Genres erwarten.
Monika Feth schildert in dem ersten Band ihrer bisher vier Büchern rund um Jette die Jagd nach dem sogenannten Halskettenmörder. Nachdem der Ritualmörder ein erstes Opfer in der Gegend gefunden hat, wird kurze Zeit später auch Caro, Jettes Mitbewohnerin und Freundin, ermordert. Auf der Trauerfeier schwört Jette, Tochter einer berühmten Kriminalautorin, in aller Öffentlichkeit, sich für den Tod ihrer Freundin an dessen Mörder zu rächen und zieht damit seine Aufmerksamkeit auf sich. Der Mörder sieht darin eine Herausforderung und nähert sich Jette als Freund. Sie verliebt sich schließlich in ihn und hat keine Ahnung, in welcher Gefahr sie sich befindet.
Jettes Sicht der Dinge ist nur einer von insgesamt fünf verschiedenen, parallel zueinander verlaufenden Handlungssträngen, zwischen denen immer gesprungen wird. Die weiteren Handlungsstränge geben Einblick in die Gedankengänge, das Leben und die Beweggründe des Mörders, einem Saisonarbeiter, der sich mit dem Pflücken der Erdbeeren sein Geld verdient. Zeigen Kommisar Bert Melzig, der sich auf die Suche nach dem Mörder begibt, die Spuren verfolgt, die ihm gegeben werden, und dessen privates Umfeld sich aufgrund dieses Falles ein wenig verändert und der sich um Jette und dessen Mitbewohnerin Merle sorgt. Beschreiben das Leben von Imke Thalheim, Jettes berühmter Mutter, deren Leben aufgrund ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin mit dem Thema Mord vertraut ist. Sie sorgt sich intensiv um ihre Tochter und Merle, sucht Hilfe bei Kommisar Melzig und verarbeitet schließlich die Tat in ihrem neusten Kriminalroman. Schließlich noch Merle, wie sie sich für Tiere einsetzt und den Hinweis findet, der der Polizei hilft, das ganze zu einem guten zu wenden - ganz ohne weitere Opfer des Halskettenmörders.
Alle fünf Handlungsstränge laufen ineinander über, allerdings ist die Struktur, die zwar im Kennzeichen deutlich gekennzeichnet ist, manchmal etwas verwirrend. Die Handlungsstränge haben mich als Leser dazu bewegt, hinter die Fassaden eines jeden zu blicken und nicht nur die Gedankengänge der einen Seite kennen zu lernen. Es gab zwischendurch Szenen, deren Bedeutung für das Ganze mir nicht wirklich bewusst waren. Dadurch kam es dann immer wieder zu kurzen, eher unspektakulären Abschnitten, die das Buch als Gesamtwerk abgeschwächt haben. Die Geschichte war auf ihre Weise spannend dargestellt, der Schreibstil von Monika Feth ist flüssig, die Charaktere stark ausgearbeitet. Allerdings darf man bei Betrachtung dieses Buches nicht vergessen, dass der Adressatenkreis sich vorwiegend auf die jüngeren Leser unter uns bezieht, für die das Buch ein ganz anderes Erlebnis darstellt. Ob es aber zu dieser Hochspannung kommt, die angepriesen wird, bezweifele ich stark. Im Endeffekt muss wohl jeder diesen Aspekt für sich selber beurteilen. Das Buch ist eine leichte Lektüre, die sich schnell und zwischendurch gut lesen lässt, und sicher besonders interessant für diejenigen, die zwischendurch gerne zu einem Jugendbuch greifen.
Julia am 11.6.09 19:34


Rachel Gibson: Sie kam, sah und liebte



Autor: Rachel Gibson
Titel: Sie kam, sah und liebte
Taschenbuch, 342 Seiten
Verlag: Goldmann
Sprache: Deutsch


Rachel Gibson präsentiert mit ihrem Roman "Sie kam, sah und liebte" eine Geschichte, die stark an die amerikanische Highschool erinnert. Mauerblümchen trifft auf Spitzensportler – eine amerikanische Lovestory, wie man sie aus Hollywood kennt. Die Rolle des Mauerblümchens übernimmt die Journalistin Jane Alcott. Sie bekommt wenig Anerkennung und ihr Gehalt lässt auch zu wünschen übrig, weshalb sie unter einem Pseudonym die Pornoserie Honey Pie und eine Kolumne für Singlefrauen schreibt. Schließlich bekommt sie die Aufgabe, eine Saison lang mit dem Eishockeyteam Seattle Chinooks quer durch das Land zu reisen, um über ihre Spiele zu berichten. Davon ist das Team natürlich weniger begeistert. Insbesondere der Goalie Luc Martineau zeigt ihr, wie unerwünscht sie ist. Mit der Zeit entwickelt sie sich von der grauen Maus zur sexy Lady und Luc muss erkennen, wie trügerisch der erste Eindruck ist. Die beiden kommen sich schließlich näher und eine Geschichte voller Erotik beginnt.
Auch wenn der Roman an einigen Stellen – insbesondere am Ende – eher unrealistisch ist, bereitet es doch viel Vergnügen, ihn zu lesen. Obwohl die Entwicklung vom Mauerblümchen zur Dame mit Sexappeal vorhersehbar ist, wird der Inhalt nie langweilig. Die sehr detaillierten Schilderungen der Bettszenen zerstörten leider die Romantik. Das Happy End darf natürlich bei einem solchen Buch nicht fehlen und auch hier kommt der Leser auf seine Kosten, wenngleich es ein wenig utopisch wirkt. Trotzdem kommt jeder in den Genuss eines guten Romans – perfekt für einige Stunden im Grünen.
Julia am 11.6.09 19:33


Himmel und Erde begegneten sich.

Autor: Jostein Gaarder
Titel: Das Weihnachtsgeheimnis
Verlag: dtv - Reihe Hanser
Sprache: Deutsch, 267 Seiten


Joachim hätte so gerne noch einen Adventskalender - und das einen Tag vor dem 1. Dezember. Da ist es natürlich nur logisch, wenn alle Adventskalender in der ganzen Stadt ausverkauft zu sein scheinen. Doch schließlich finden er und sein Vater in einem kleinen Buchladen doch noch einen, einen ganz besonderen, nur mit kleinen Bildern und ganz ohne Schokolade.
Als Joachim zu Hause das erste Türchen öffnet, fällt ein kleiner, beschriebener Zettel heraus. Darauf zu lesen ist die Geschichte der kleinen Elisabet Hansen, die einem ‚Glockenlamm’, das dem vorweihnachtlichen Lärm entflieht, folgt und sich so auf eine Reise begibt, die sie, zusammen mit Engeln und Hirten nach Bethlehem und zur Geburt des Jesuskindes führt. Fragen über Fragen bilden sich nun in den Köpfen von Joachim und seinen Eltern, doch die Lösung des Rätsels um Elisabet und den magischen Adventskalender bekommen sie erst am 24. Dezember - schließlich ist es ja auch eine Weihnachtsgeschichte.
DAS WEIHNACHTSGEHEIMNIS ist eine Geschichte für jung und alt. Jostein Gaarder nimmt den Leser mit in eine Welt voller Wunder und Rätsel, er entführt uns in eine Zeit vor über 2000 Jahren. Es ist eine spannende und gleichzeitig geheimnisvolle Geschichte, die dem Leser in 24 Etappen die Weihnachtszeit versüßt, ja mehr noch, sie bringt ihn zum schmunzeln und miträtseln. Also, lasst euch mitnehmen auf eine Reise, die erstaunlicher nicht sein könnte und folgt den Spuren von Joachim und Elisabet.
Lissie am 7.4.09 14:32


Die wahre Geschichte einer wunderbaren Begebenheit.

Autor: Lynne Cox
Titel: Der kleine Wal
Verlag: Blanvalet
Sprache: Deutsch, 188 Seiten


Wie jeden Morgen beginnt Lynne auch diesen Tag mit einem Training im Meer. Für die Extremschwimmerin ist Training das wichtigste, schließlich will sie beim kommenden Wettkampf gewinnen. Doch diesen Morgen ist etwas anders, Lynee hat, ohne es zu merken, einen Begleiter bekommen. Zunächst hat sie Angst, doch dann lässt sie sich auf die Bewegung im Meer ein und erkennt, dass neben ihr ein kleines Walbaby schwimmt, das seine Mutter auf dem langen Weg in die Arktis verloren hat. Nur vier Stunden bleiben um Mutter und Kind wieder zu vereinen. Vier Stunden, in denen Lynne erstaunliches erlebt.
Ich habe viel von diesem Buch erwartet. Zu viel, denn wie sich herausstellte, wurden meine Vorstellungen leider nicht erfüllt. Die Geschichte ist wunderbar anrührend und jeder, der dieses Buch liest wünscht sich wohl für einen kurzen Moment auch dort im Meer bei Lynne und dem Walbaby zu sein. Aber mehr auch nicht. Lynne Cox schafft es nicht, ihre Ängste und Gefühle, die Gefahren und das Risiko, das sie eingeht, deutlich zu machen. DER KLEINE WAL ist nett zu lesen, aber über mehr kommt er nicht hinaus, denn leider bleibt nichts zurück und die einzelnen schönen Stellen können das Ganze nicht hervorheben.
Lissie am 7.4.09 13:01


Wenn das eigene Leben das Einzige ist, was man dem Liebsten geben kann, wie kann man es ihm dann verweigern?

Autor: Stephenie Meyer
Titel: Biss zum Ende der Nacht
Gebundene Ausgabe, 789 Seiten
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch


Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Bella und Edward, eine Geschichte von Liebe, wie sie stärker nicht sein könnte, aber auch eine Geschichte von Schmerz, Verlust und großer Gefahr. Denn Edward, der wunderschöne und geheimnisvolle Edward, ist ein Vampir. Doch in Bella hat er seinen Engel gefunden und auch, wenn er ihr Blut mehr als alles andere begehrt, verliebt er sich in sie.
Zu Beginn den 3. Bandes BISS ZUM ENDE DER NACHT mussten die beiden schon einige Gefahren bestehen und feststellen, dass sie ohne den anderen nicht weiter existieren wollen. Bella, die sich nichts sehnlicher wünscht als für alle Ewigkeit bei ihrem Geliebten zu sein steht kurz vor ihrer Verwandlung. Doch Edward hat ihr eine Bedingung gestellt: Zuerst müssen sie heiraten. Was Edward jedoch nicht klar war, die Hochzeitsnacht würde verhängnisvolle Folgen haben. Bella wird schwanger. Doch das Mädchen, das in ihr heranwächst ist kein normales Kind - wie könnte es auch anders sein - und setzt ihrer Mutter immer mehr zu, bis Bella schließlich kurz vor dem Tod steht. Doch sie will und kann ihre kleine Renesmée nicht aufgeben und so ist eine Verwandlung das einzige was sie noch retten kann nachdem sie schon fast ins Totenreich übergegangen war.
Alles scheint gut gegangen zu sein, doch Renesmée hat die Aufmerksamkeit der Denali, den Wächtern der Vampire, auf sich gezogen. Das kleine Wunderkind, das jeder liebt, scheint zum Tode verurteilt, da es für die Denali eine Gefahr darstellt und jede Gefahr muss vernichtet werden. Kann der Cullen-Clan ihr neues Mitglied schützen oder muss Bella auf die Fluchtmöglichkeit, die Alice ihr hinterlassen hat zurückgreifen und ihre kleine, geliebte Tochter mit dem Werwolf Jacob wegschicken?
Vom Abschluss der Vampirgeschichte um die Cullens habe ich mir viel erwartet und ich muss gestehen, dass ich nicht immer ganz einverstanden war mit dem, was Stephenie Meyer da zu Papier gebracht hatte. Aber nun, es ist nicht mein Buch und ich muss akzeptieren, was sie schreibt, denn es ist ihre Geschichte mit ihren Vorstellungen. Deshalb habe ich mich einfach von der Geschichte mitreisen lassen, zum 4. und letzten Mal und bin Bella auf ihrem schwierigen Weg gefolgt.
Stephenie Meyer wäre nicht Stephenie Meyer, wenn sie mich nicht dazu gebracht hätte, ihrem Werk erneut zu verfallen. Es ist wunderbar geschrieben und man kann sich in Bella hineinversetzen, denn welches Mädchen träumt nicht von der großen Liebe, von ihrem Tramprinzen, der sie mit in seine Welt nimmt. Und so war ich plötzlich auf Seite 789 und somit am Ende des Buches angelangt und musste feststellen, das sich doch etwas traurig war, die Vampirfamilie, die ich im Laufe der Zeit so liebgewonnen hatte wieder zu verlassen. Stephenie Meyer hat hier etwas ganz besonderes erschaffen und vielleicht sollte sich jeder die Frage stellen: „When you can live forever, what do you live for?“ Denn für was lebt man denn, wenn nicht für die Liebe und genau das ist es, was uns dieses Buch begreiflich macht. Für die Liebe lohnt es sich zu kämpfen und alles bisher dagewesene zu vergessen. Meine Lieblingsstelle in dem Buch handelt genau davon, von der Liebe zu jemandem, der einem den fehlenden Teil seiner Selbst zurückgibt, mit dem man endlich volkommen ist. Diese Liebe hätte man nicht anders oder gar besser beschreiben können, als es Stephenie Meyer tut.
Lissie am 6.4.09 13:15


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